Die Luftdurchlässigkeits-, Differenzdruckmessung, auch Blower-Door Test genannt, dient dazu, die Luftdichtheit der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen zu charakterisieren. In der ITT Infrarot- und Trocknungstechnik GmbH & Co KG sind FLiB zertifizierte Prüfer/in der Luftdichtheit der Gebäudehülle.

 

Anforderungen an die Luftdichtheit

 

Die EnEV war bis zum 01. November 2020 und das GEG ab diesem Zeitpunkt dafür die gesetzliche Regelung. In Beiden wird gefordert, dass bei zu errichtenden Gebäuden die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist. Zur Messung nach der EnEV (2002 bis 2026) musste die DIN EN 13829 beachtet werden. Nach Einführung des GEG liegt der Fokus auf der ISO DIN EN 9972 2015 mit NA 2018. Der nationale Anhang war erforderlich da zur europäischen Norm in Deutschland Abweichungen bestanden. Nach DIN 13829 war nur eine Messung im Unter- oder Überdruck gefordert. Mit der Einführung der ISO DIN EN 9972 2015 mit NA 2018 werden beiden Messungen Unter- und Überdruck gefordert.

 

Zur Messung werden Luftströme von außen nach innen oder umgekehrt durch die Gebäudehülle erfasst. Auf der dem Wind zugekehrten Seite (Luvseite) kommt es an den Fehlstellen zu einem Eintrag von Kaltluft. Das kann Einfluss auf das Wohlfühlverhalten der Bewohner nehmen.

 

Auf der dem Wind abgekehrten Seite (Leeseite) kommt es an diesen Fehlstellen zu einem Wärmeabfluss aus der feucht-warmen Innenraumluft. Dabei setzt sich die Feuchtigkeit an kälteren Bauteilen ab und kann so zu einem mikrobiellen Befall führen.

 

Unerwünschte Wärmeverluste und Feuchtigkeit können entstehen, wenn die Ge­bäudehülle nicht luftdicht ist. Diese können dann neben einem erhöhten Wärme­bedarf zu Behaglichkeitsverlusten bis hin zu Zugerscheinungen an exponierten Stellen führen. Sol­che Undichtheiten werden durch den gekoppelten Einsatz von IR-Kamera und Blower-Door -Messtechnik festgestellt. Die mittels Blower Door erzeugten Luftdruckun­terschiede zwischen Gebäudeinnerem und - äußerem rufen an den Durchströmungsstellen Temperaturverände­rungen durch ein- bzw. ausströmende Kalt- bzw. Warmluft hervor. Diese Leckstellen können dann thermografisch lokalisiert werden. Mit einem Temperaturanemometer kann die Luftströmung in m/s ermittelt werden.

 

Wärmebrücken:

 

Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Stellen in einer Konstruktion, an denen ein größerer Wärmefluss als in den angrenzenden Bereichen stattfindet. Die Folge ist eine Senkung der inneren und eine Erhöhung der äußeren Oberflächentemperatur im Bereich der Wärmebrücke. Im Bericht werden diese Stellen als Wärmeverluste bezeichnet. Temperaturen werden in den Thermogrammen dargestellt und analysiert.